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Bekannt aus

Kündigung in der Probezeit

Die Probezeit in einem Arbeitsverhältnis dient dazu, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Vorstellung davon erhalten, wie eine gemeinsame Zusammenarbeit aussieht. Ist eine der beiden Parteien nicht zufrieden, kann es zu einer Kündigung kommen. Welche Sonderregelungen bei einer Kündigung in der Probezeit greifen, welche Fristen es diesbezüglich zu beachten gibt und was man als Arbeitnehmer anschließend tun kann, erhalten Sie in unserem Überblick.

Im Nachfolgenden daher alles zum Thema Kündigung in der Probezeit:

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Was sind die Voraussetzungen für eine Kündigung in der Probezeit?

Eine Kündigung während der Probezeit ist nicht unüblich. Entweder hat der Arbeitgeber festgestellt, dass der angehende Mitarbeiter nicht seinen Vorstellungen entspricht oder der Arbeitnehmer möchte selbst kündigen, weil ihm beispielsweise das Arbeitsklima nicht zusagt. So oder so, eine Kündigung in der Probezeit ist möglich. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings, dass eine Probezeit vertraglich festgelegt wurde und diese nicht länger als sechs Monate beträgt. Findet sich dazu kein Vermerkt, gilt auch keine Probezeit, denn diese ist in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtend. In diesem Fall gilt dann schon ab dem ersten Tag die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonats.

Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit?

Die reguläre Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zwei Wochen. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch unter § 622 Absatz 3 zu finden. Das Arbeitsverhältnis endet also exakt vierzehn Tage nach Ausspruch der Kündigung und richtet sich nicht nach dem Fünfzehnten oder Ende des Kalendermonats. Eine längere Kündigungsfrist in der Probezeit ist in der Regel nicht vorgesehen. Eine kürzere Kündigungsfrist ist jedoch im Rahmen eines Tarifvertrages möglich. Hier wird die Probezeit in Relation zu dem angestrebten Beschäftigungszeitraum angepasst.

Greift der Kündigungsschutz bei einer Kündigung in der Probezeit?

Der Kündigungsschutz für Arbeitnehmer wird in Deutschland mit dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) geregelt. Dieses soll in erster Linie verhindern, dass einem Arbeitnehmer wahllos oder ungerecht gekündigt wird. Eine Kündigung muss somit immer sozial gerechtfertigt sein. Der Kündigungsschutz greift allerdings erst ab einer Beschäftigungszeit von sechs Monaten, mit dem Ende der Wartezeit. Somit gilt der Kündigungsschutz nicht für eine Kündigung während der Probezeit, auch wenn diese kürzer als sechs Monate ist oder gar nicht erst vereinbar wurde. Als Arbeitnehmer sind sie trotzdem nicht völlig schutzlos. Eine Entlassung während der Probezeit darf nicht gegen sonstige Schutzvorschriften verstoßen.

Was ist der Unterschied zwischen Probezeit und Wartezeit?

In der Regel bedeutet eine Kündigung in der Probezeit auch eine Kündigung in der Wartezeit, gesetzlich wird hier jedoch differenziert. Die Wartezeit umfasst genau die ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses und ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Probezeit dahingegen umfasst für gewöhnlich auch sechs Monate, wobei diese auch kürzer ausfallen können, sofern es arbeitsvertraglich festgelegt wurde. Ein Arbeitnehmer kann also schon aus der Probezeit heraus sein und sich trotzdem noch in der Wartezeit befinden.

Ist eine Probezeitverlängerung möglich?

Grundsätzlich ist eine Verlängerung der Probezeit nicht zulässig. Entweder beginnt der Arbeitnehmer nach Ablauf der Probezeit sein reguläres Arbeitsverhältnis oder der Arbeitgeber muss eine ordentliche Kündigung aussprechen.

Sollte der Arbeitnehmer während der Probezeit einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Von einem Aufhebungsvertrag profitiert in der Regel nur der Arbeitgeber. Aus diesem Grund ist es für Arbeitnehmer nicht empfehlenswert, einen Aufhebungsvertrag während der Probezeit zu unterschreiben. Es drohen beispielsweise sozialversicherungsrechtliche Nachteile (bspw. bei dem Bezug von Arbeitslosengeld).

Erhält der Arbeitnehmer bei Kündigung in der Probezeit eine Abfindung?

Generell ist bei einer Kündigung während der Probezeit keine Abfindung für Arbeitnehmer vorgesehen. Es ist nur wichtig, dass sie für alle geleisteten Arbeitstage entlohnt werden und die Lohnauszahlung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses auch noch nach der Kündigung weiter getätigt wird. Hat der Arbeitnehmer Grund zur Annahme, dass die Kündigung während der Probezeit aus irgendeinem Grund nicht rechtswirksam war, so hat er die Möglichkeit vor Gericht zu gehen und eventuell eine Abfindung auszuhandeln.

Hat der Arbeitnehmer bei Kündigung in der Probezeit einen Anspruch auf Auszahlung der Urlaubstage?

Zunächst einmal hat ein Arbeitnehmer in der Probezeit auch einen Anspruch auf Urlaub, zumindest hat er während der Probezeit einen Teilanspruch erlangt. Der Umfang des gesetzlich festgelegten Urlaubsanspruchs ist in § 3 Bundesurlaubsgesetz festgehalten. Wird dem Arbeitnehmer während der Probezeit gekündigt, hat er zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf die Auszahlung aller offenen Urlaubstage. Für jeden vollen Monat des bereits bestehenden Arbeitsverhältnisses bekommt er einen Anspruch auf 1/12 seines Jahresurlaubs. Bei einer regulären Fünftagewoche hätte der Arbeitnehmer nach dem ersten Probemonat also einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20x 1/12 = 1,67 Tagen.

Darf dem Arbeitnehmer während der Probezeit fristlos gekündigt werden?

Ja, das darf es. Bei einer fristlosen Kündigung muss sich nicht an die zweiwöchige Kündigungsfrist gehalten werden, denn das Arbeitsverhältnis soll unmittelbar beendet werden. Deswegen darf eine fristlose Kündigung während der Probezeit laut § 626 BGB nur aus einem wichtigen Grund, zumeist einem schwerwiegenden Vertrauensbruch, ausgesprochen werden und muss in Schriftform vorliegen. Neben einem außerordentlichen Kündigungsgrund seitens des Arbeitgebers ist auch eine vorangegangene Abmahnung erforderlich. Die Abmahnung muss sich dabei auf einen speziellen Verstoß des Arbeitnehmers, also eine Arbeitsvertragsverletzung, beziehen. Über diesen Verstoß muss der Arbeitnehmer in einem persönlichen Gespräch unterrichtet werden und es sollte Beweise geben. Eine fristlose Kündigung ohne Vorwarnung ist nicht zulässig.

Darf der Arbeitnehmer während der Probezeit fristlos kündigen?

Auch Sie dürfen während der Probezeit fristlos kündigen, wenn Sie sich in einer belastenden Lage befinden. Neben der Schriftform ist es hierfür ratsam, den außerordentlichen Kündigungsgrund zu beschreiben:

● Unzumutbare Überstunden
● Fehlende Lohnauszahlungen
● Die allgemeine Sicherheit des Arbeitnehmers ist extrem gefährdet
● Sexuelle Belästigung, Nötigung, Beleidigung, Gewaltandrohung
Mobbing, diskriminierendes Verhalten
● Körperliche Verletzung und Übergriffigkeiten

Da es sich bei all diesen Umständen um schwerwiegende Verhältnisse handelt, ist es oftmals auch ratsam Betriebsräte und Gewerkschaften zu informieren.

Welche Sonderreglungen gibt es bei einer Kündigung in der Probezeit?

Auch, wenn der Kündigungsschutz erst ab einer Beschäftigungszeit von sechs Monaten greift, gibt es innerhalb des Arbeitsrechtes bestimmte Personengruppen, die einen Sonderschutz genießen, da sie als besonders schützenswert gelten. Dieser Sonderschutz gilt auch für Kündigungen in der Probezeit.
Hierbei handelt es sich um die folgenden Gruppen:

Schwangere:

Eine Kündigung, während eine Schwangerschaft in der Probezeit besteht, ist nicht rechtens. Um werdende Mütter keinen psychischen Belastungen auszusetzen, gelten für sie Ausnahmeregeln im Arbeitsrecht. Der Kündigungsschutz greift hier nach dem Mutterschutzgesetz schon während der Probezeit, auch wenn sie erst währenddessen schwanger wird.

Schwerbehinderte:

Laut § 90 Absatz 1 Nr. 1 des 9. Sozialgesetzbuch (SGB) greifen die Schutzregeln für schwerbehinderte Arbeitnehmer erst nach der Wartezeit von sechs Monaten. Trotzdem haben Schwerbehinderte aber eine Art Sonderschutz während und nach der Probezeit. Denn der Arbeitge-ber ist immer verpflichtet, vorab die Zustimmung des Integrationsamtes einzuholen und hat dafür nur eine Frist von vier Tagen. Tut er dies nicht, ist die Kündigung unwirksam.

Auszubildende:

Auch für Auszubildende gibt es Sonderregelungen. Für einen Auszubildenden in der Probezeit gibt es bei einer Kündigung nämlich keine Kündigungsfrist. Dafür schreibt das Berufsbildungsgesetz jedoch eine Probezeit vor, welche mindestens einen und maximal vier Monate betragen soll. Kürzere oder längere Probezeiträume sind nicht erlaubt. Im öffentlichen Dienst beträgt die festgelegte Probezeit für Auszubildende drei Monate, bei den Pflegeberufen sind es immer sechs. Anhand dieser Fristen haben Auszubildende die Möglichkeit, ihre Berufswahl ausführlich zu bedenken und gegebenenfalls unproblematisch zu wechseln.

Kündigung in der Probezeit erhalten - was können Sie als Arbeitnehmer tun?

Wenn Sie während der Probezeit eine Kündigung erhalten haben, ist es ratsam sich umgehend arbeitssuchend zu melden. Zwar droht dem Arbeitnehmer keine Sperre des Arbeitslosengeldes, jedoch könnte man Gefahr laufen in eine finanzielle Notlage zu kommen. Voraussetzung für den Bezug von Arbeitslosengeld I ist, dass Sie mindestens zwölf Monate in den vergangenen zwei Jahren in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis beschäftigt waren.
Gegen eine Kündigung während der Probezeit vorzugehen ist nicht besonders erfolgversprechend, da es hier kaum gesetzliche Ansprüche gibt, die geltend gemacht werden können. Das Beschäftigungsverhältnis ist zu kurz, sodass das Kündigungsschutzgesetz noch keine Anwendung findet. Trotzdem darf man sich auch bei einer Kündigung in der Probezeit nicht alles gefallen lassen. Der Arbeitgeber hat einige Dinge zu beachten, wie Fristen und Sonderregelungen, um eine Kündigung während der Probezeit wirksam durchzusetzen.

Wenn Sie also das Gefühl haben, dass Ihnen wahllos oder zu Unrecht gekündigt wurde, empfiehlt es sich auf jeden Fall einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zur Seite zu ziehen. So erhalten Sie die bestmögliche Beratung zu Ihrer Sachlage und eine faire und realistische Einschätzung der Gegebenheiten.

Musterdokument für Arbeitnehmer: Kündigung in der Probezeit

Damit Sie als Arbeitnehmer in der Probezeit ordentlich kündigen können, haben wir für Sie ein Musterdokument als Orientierungshilfe zusammengestellt, welches Sie mit Ihren eigenen Daten vervollständigen können.

Ihr Name/ Adresse
Ihr Arbeitgeber/ Adresse
ggf. Name des Ansprechpartners

Ort, aktuelles Datum

Muster für Kündigung durch Arbeitnehmer in der Probezeit

Sehr geehrter Herr xxx/ Sehr geehrte Frau xxx,
hiermit möchte ich Ihnen die Kündigung des am xxx mit Ihnen vereinbarten Arbeitsvertrages mitteilen. Da ich mich noch in meiner Probezeit befinde, erfolgt die Kündigung innerhalb der vertraglich vereinbarten zwei Wochen.

Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Erhalt dieses Schreibens sowie das konkrete Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses.
Ferner bitte ich Sie, mir einen Arbeitsnachweis bzw. ein Arbeitszeugnis auszustellen. Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und natürlich Ihr Vertrauen in mich.

Mit freundlichen Grüßen

___________________________________________
Ihre Unterschrift

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Unterschrift Ihres Arbeitgebers

Kündigung erhalten am: xxx Kündigung gültig zum: xxx

Sie haben eine Kündigung in der Probezeit erhalten und wissen nicht, wie Sie vorgehen sollen? Wir helfen Ihnen!

Sollten Sie mehr Informationen zum Thema Kündigung in der Probezeit benötigen oder eine umfangreiche Beratung zu einem anderen Thema wünschen, so zögern Sie nicht uns eine Nachricht zu schreiben oder uns anzurufen. Wir freuen uns darauf, Ihnen zur Seite zu stehen.